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Tischdecken bedrucken

09.28.2011 · Posted in Allgemein

Ein Füllmuster ist ein eigenständiges Muster mit dem der Stoff oder meistens die Mitte des Stoffes, bedruckt wird. Es gibt unterschiedliche Druckverfahren.

Beim Blaudruck handelt es sich um ein Reserveverfahren; der im Sprachgebrauch fest verwurzelte Ausdruck Blaudruck ist, technisch gesehen, unzutreffend, da mit Blau nicht gedruckt, sondern gefärbt wird.

Blaudruck ist eine alte Technik aus dem Bereich des Textildrucks, bei der Leinen- oder Baumwollstoffe mit Formen den so genannten Modeln bedruckt werden, wodurch ein blau-weißes Muster entsteht. Das berühmte Blaudruckmuster, welches auf vielen Tischdecken aber auch Stoffe Meterware wieder zu finden ist.

Die kunstvoll geschnitzten Modeln werden seit vielen Jahrhunderten in Handarbeit hergestellt. Die druckenden Flächen sind hervorstehend und mit Messing  ausgeschlagen, dadurch werden die Striche und Konturen schar. Die ersten Modeln waren aus Buchsbaumholz geschnitten, später bildete man das Muster aus feinen Metallstiften, die in Birnenholz gesetzt wurden.

Dabei können die Drähte mit einem Zieheisen bearbeitet werden, so dass sie zum Beispiel einen viereckigen oder sternförmigen Querschnitt erhalten, der dann auf dem bedruckten Stoff als Muster erscheint. Eine Kombination aus beiden Techniken ist ebenfalls möglich. Abschließend wird die Oberfläche der Model plan geschliffen, um einen einwandfreies Druckergebnis zu ermöglichen.

Der Druck erfolgt auch heute noch per Hand, die von einem Formenstecher hergestellt werden.

Damit sich der Model nicht verzieht und keine unregelmäßigen Muster entstehen, muss das Holz trocken, gleich adrig, astfrei und gut abgelagert sein. Großflächige Model sind aus drei Schichten verleimt, wobei oft Birnbaumholz mit dem leichteren Lindenholz kombiniert wird. An den Kanten oder auf der Rückseite haben die Model Handgriffe und an jeder Ecke einen Rapportstift, der auf dem Stoff eine Markierung hinterlässt, aufgrund derer ein lückenloser Druck möglich ist.

Die Model mit Blumenornamenten werden in eine gelbliche Paste aus Naturstoffen und Chemikalien gedrückt, die Zusammensetzung ist ein Geheimnis.

Einige Hammerschläge und zurück bleiben gelbliche Linien und Formen., die  müssen dann  trocknen. Anschließend kommt alles in ein Entwicklerbad, dabei wird der Stoff vorsichtig in eine Natronlauge getaucht. Die Paste reagiert auf die Lauge und entzieht dem Stoff die Farbe und zurück bleibt z.B. ein weißes Blumenmuster auf blauem Grund. Der Stoff wird dann gespült, getrocknet und geglättet und später wird dann daraus eine Tischdecke geschneidert.

Die Blaufärbung der Stoffe findet in der Indigo-Küpe statt. Der bedruckte Stoff wird auf einen eisernen Reifen gespannt und bis zu zehnmal in den Färbebottich getaucht, bis die gewünschte Farbintensität erreicht ist.

Beim Färben mit Indigo erlebt der Zuschauer sein “blaues Wunder”, und der Stoff wird vom Färber anschließend “grün und blau geschlagen. Danach wird der anfangs aufgedruckte Papp abgewaschen, und das weiße Muster erscheint auf blauem Grund.

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